Glaziale Landschaftsformen im Müritz-Nationalpark

Eine Auflistung der Landschaftsformen in der Mecklenburgischen Eiszeitlandschaft

Glaziale Landschaftsformen im Müritz-Nationalpark

Glaziale Landschaftsformen im Müritz-Nationalpark 1920 1080 Campingplatz Zur hohlen Eiche

Der Müritz-Nationalpark ist bekannt für seine vielfältige Eiszeitlandschaft, die durch die letzte Weichsel-Eiszeit geprägt wurde. Bedeutende Landschaftsformen sind:

Seen und Gewässer

Als größter vollständig in Deutschland liegender See ist die Müritz das Herzstück des Nationalparks und ein riesiges Relikt der eiszeitlichen Schmelzwasser.

Im Nationalpark gibt es unzählige kleinere Seen und Weiher, viele davon sind ehemalige Toteislöcher, die sich mit Wasser gefüllt haben. Einige haben sich zu Kesselmooren entwickelt.


Endmoränen

Diese Hügelketten entstanden durch den Vorschub des Eises, das Material vor sich herschob und sind wallartige Aufschüttung von Gesteinsmaterial der Stirnseite (daher auch Stirnmoräne genannt) eines Gletschers.

Beispiele sind die Havelquelle bei Ankershagen – gut sichtbare Moränenwälle und die Moorberge im Süden des Parks.


Sander und Urstromtäler

Sanderflächen sind weite, flache Sandflächen, die durch Schmelzwasserströme vor den Eisrändern abgelagert wurden. Beispiele sind die ausgedehnten Kiefernwälder auf sandigen Böden im östlichen Teil des Nationalparks, z.B. bei Federow oder Boek.

Urstromtäler sind ehemalige breite Talniederungen, durch die riesige Schmelzwassermassen abflossen. Ein Beispiel ist das Tal der Havel im Süden des Nationalparks, das auch die Verbindung zu weiteren Seen bildet.


Oser und Kames

Oser sind langgestreckte, wallartige Erhebungen aus Sand und Kies, die in Gletscherspalten entstanden sind, als sich dort Schmelzwassersedimente ablagerten.

Beispiele: Neben dem Rühlower Os gibt es weitere kleinere Oser im Nationalparkgebiet. Das Rühlower Os ist tatsächlich das bekannteste und touristisch relevanteste Os im Müritz-Nationalpark. Es ist ein hervorragendes Beispiel für diese eiszeitliche Landschaftsform und lässt sich gut erwandern oder mit dem Fahrrad erkunden. Im Bereich der Wienpietschseen und um Kratzeburg gibt es ein komplexes System von Rinnen, Seen und dazwischenliegenden Os-ähnlichen Rücken.

Kames sind unregelmäßige Hügel aus Sand und Kies, die sich in Vertiefungen auf dem Gletschereis oder in Eisspalten bildeten und nach dem Abschmelzen des Eises als Hügel zurückblieben. Kames kommen vereinzelt im Gelände vor, sind aber oft weniger markant als Oser.


Toteislöcher, Kesselmoore und Moore

In der Mecklenburgischen Eislandschaft finden sich Toteinslöcher, Kesselmoore und Hochmoore.

Ein Toteisloch ist eine ursprüngliche Hohlform im Gelände, die durch das Abschmelzen von sogenannten „Toteisblöcken“ (isolierte Eisblöcke) entstanden ist. Als diese Eisblöcke nach dem Gletscherrückzug langsam schmolz, sackte das darüberliegende Sediment ein und hinterließ eine kessel- oder trichterförmige Senke. In den Senken der Eiszeitlandschaft haben sich über Jahrtausende hinweg Moore aber auch Seen und trockene Senken entwickelt.

Beispiele: Federower Moor, Moorgebiet um den Priestersee, Teufelsbruch, Moorlandschaften um Serrahn.


All diese Landschaftsformen sind nicht nur geologisch interessant, sondern bieten auch Lebensraum für eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt und machen den Müritz-Nationalpark zu einem besonderen Naturerlebnis.

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