Das Fritz Reuter Literaturmuseum

Das Fritz Reuter Literaturmuseum

Das Fritz Reuter Literaturmuseum 1920 1080 Campingplatz Zur hohlen Eiche

In der Reuterstadt Stavenhagen

Nur gut 40  Minuten Fahrt vom Campingplatz Zur hohlen Eiche entfernt liegt in der charmanten Reuterstadt Stavenhagen ein besonderes kulturelles Juwel: das Fritz‑Reuter‑Literaturmuseum. Das Museum ist im Geburtshaus des berühmten niederdeutschen Dichters beheimatet. Das Haus steht am historischen Marktplatz.

Entfernung Campingplatz ➨ Fritz‑Reuter‑Literaturmuseum:

  • 🚴‍♂️ Mit dem Rad: 1h31 (31km, größtenteils flach)
  • 🚗 Mit dem Pkw: 28min (30km)

Das Museum und seine Geschichte

Das heutige Fritz-Reuter-Literaturmuseum befindet sich in dem ehemaligen Rathaus von Stavenhagen und zugleich dem Geburtshaus des Dichters Fritz Reuter (1810–1874). Sein Vater wirkte hier fast vier Jahrzehnte lang als Bürgermeister.

Schon 1910 wurde im Gebäude eine kleine Gedenkstube für Reuter eingerichtet. Im Jahr 1949 öffnete schließlich das offizielle Museum seine Türen. Seit der umfassenden Modernisierung im Jahr 2001 präsentiert sich die Ausstellung modern und einladend.

Wer war Fritz Reuter?

Fritz Reuter war Sohn eines mecklenburgischen Bürgermeisters und wuchs zwischen Amtsstube und Straßenleben auf. Während ihm zu Hause Hochdeutsch begegnete, lernte er das Plattdeutsche auf den Straßen, Märkten und Feldern seiner Heimat. Dieses sprachliche Spannungsfeld prägte sein literarisches Werk.

Er war als junger Mann politisch rege. Als Student beteiligte er sich an der burschenschaftlichen Freiheitsbewegung und wurde wegen Hochverrats zu langjähriger Haft verurteilt. Nach seiner Begnadigung nahm er sein Leben neu in die Hand. Aus seinen Erfahrungen Stoff formulierte sich sein einzigartiges literarisches Schaffen.

Mit sehr feinem Humor, tiefem Menschlichkeitssinn und einem exzellenten Gespür für Sprache verarbeitete Reuter seine bewegte Biografie zu Erzählungen, die bis heute berühren. Seine Figuren sind bodenständig, lebensnah und oft liebenswert eigensinnig.

Die wichtigsten Werke von Fritz Reuter

  1. „Ut mine Stromtid“ (1862–1864) – Dreiteiliger Roman über das Leben des Gutsverwalters Zacharias Bräsig und seiner Freunde.
    👉 Reuters populärstes Werk – eine liebevolle, humorvolle Schilderung mecklenburgischer Dorf- und Gutsherrentradition.
  2. „Läuschen un Rimels“ (1853) – Gedichte und Erzählungen in plattdeutscher Sprache.
    👉 Hier zeigt Reuter sein komisches Talent in Reimen – oft mit satirischem oder volkstümlichem Einschlag.
  3. „Ut de Franzosentid“ (1860) – Novellenhafte Episoden aus der Zeit der napoleonischen Besatzung.
    👉 Humorvoll, aber auch mit ernstem historischen Hintergrund – erzählt aus bäuerlicher Perspektive.
  4. „Ut mine Festungstid“ (1861)
    Autobiografische Erzählung über Reuters Gefangenschaft wegen politischer Aktivitäten.
    👉 Einblick in seine Jugend, den Freiheitsdrang und die prägenden Jahre auf der Festung Silberberg.
  5. „Hanne Nüte un de lütte Pudel“ (1860) – Satirische Erzählung über die Missverständnisse zwischen Stadt- und Landleben.
    👉 Scharf beobachtet und mit viel Witz – ein literarisches Kleinod.

„Wat den einen sin Uhl is den annern sin Nachtigal.“
(„Was dem einen die Eule ist, ist dem anderen die Nachtigall.“)
– aus Ut mine Stromtid

Diese Werke sind nicht nur Klassiker der niederdeutschen Literatur, sondern auch authentische Zeugnisse ihrer Zeit – und zeigen, wie literarisch kraftvoll und zugleich unterhaltsam „Platt“ sein kann. Vielleicht hast Du Lust eines von seinen Werken in Deiner Urlaubszeit zu lesen?

Warum sich ein Besuch im Museum lohnt

  • Multimediale Dauerausstellung (seit 2001 modernisiert): Handschriften, Gemälde, Möbelstücke, Film- und Tonstationen machen Reuter und seine Zeit lebendig.
  • Kinderbereich „för mi“: Interaktive Stationen laden kleine Besucher zum Spielen und Entdecken ein
  • Film­kabinett: Serien- und Spielfilm­adaptionen von Reuter-Werken bieten ein tolles Unterhaltungsprogramm, besonders bei schlechtem Wetter
  • Tiefgehende Sammlung: Autographen, Briefe, Bücher – rund 15.000 Bände sowie eine Kunst-Ausstellung zu Ernst Lübbert im Nebenhaus
  • Barrierefrei & lebendig: Fahrstuhl vorhanden, Führungen für Gruppen, Lesungen, Reuterfestspiele und Plattdeutsche Stammtische

Für wen ist das Museum besonders geeignet?

  • Literaturfreunde und Sprachliebhaberinnen, besonders der niederdeutschen Sprache.
  • Geschichtsinteressierte, die das 19. Jahrhundert hautnah erleben möchten.
  • Familien, dank spannender und kindgerechter Mitmachbereiche.
  • Kulturell Aktive, die Freude an Lesungen, Führungen und regionalem Brauchtum haben.

Stavenhagen & Umgebung entdecken

  • Fritz‑Reuter‑Denkmal auf dem Marktplatz – ein starker Blickfang von Bildhauer Wilhelm Wandschneider (1911)
  • Schloss Stavenhagen (um 1740) mit schönem Schlosspark – ideal für Spaziergänge
  • Stadtkirche (1782) & ehemalige Synagoge: historische Kulturdenkmäler
  • Weitere Highlights in der Nähe: Ivenacker Eichen

Das Fritz‑Reuter‑Literaturmuseum bietet ein lebendiges, vielseitiges Eintauchen in das Leben und Wirken eines bedeutenden plattdeutschen Autors. In Kombination mit Stavenhagens historischer Altstadt, kulturellen Veranstaltungen und grüner Umgebung ist dieser Ausflug vom Campingplatz Zur hohlen Eiche aus perfekt – für Literaturfans, Familien, Geschichts- und Naturfreunde gleichermaßen.


Bildnachweis Beitragsbild: Josef Kriehuber, Public domain, via Wikimedia Commons – Das Bild wurde durch Zuschnitt verändert.

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